Besondere Wörter: Die Wörter des Jahres

Zum Jahreswechsel werden seit Jahrzehnten das „Wort des Jahres“ und auch das „Unwort des Jahres“ gewählt. Der Langenscheidt-Verlag prämiert seit einigen Jahren zudem das „Jugendwort des Jahres“. Die Wahlen zum Wort des Jahres sind eine der wenigen Gelegenheiten, an denen das Thema Sprache in den Medien besprochen und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wird.

Das Wort des Jahres

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden prämierte 1971 erstmals ihr „Wort des Jahres“. Dabei handelt es sich um Wörter und Ausdrücke, die im abgelaufenen Jahr in der Öffentlichkeit sehr präsent waren. Oft geht es hier um wichtige gesellschaftliche Themen. Das erste Wort des Jahres war „aufmüpfig“ und bezog sich damals auf die 68-er Bewegung. 2018 landete das Wort „Heißzeit“ auf dem ersten Platz und nimmt Bezug auf den außergewöhnlich warmen Sommer .

Meist handelt es sich beim „Wort des Jahres“ um Neologismen, also Wortneuschöpfungen. Taucht ein neues Wort innerhalb einer Sprachgemeinschaft nach und nach immer wieder auf, kann es früher oder später in den allgemeinen Wortschatz aufgenommen werden. Die Sprecher empfingen ein Wort zu Beginn noch als neu, im Laufe der Zeit werden sie jedoch Teil des sprachlichen Alltags. Beispielsweise war das „Wort des Jahres 1995“ Multimedia. Damals waren neue Medien noch jung, heute sind sie für uns Teil des täglichen Lebens.

Das Jugendwort des Jahres

Seit 2008 wird auch das „Jugendwort des Jahres“ ausgezeichnet. 2018 schaffte es „Ehrenmann“ bzw. „Ehrenfrau“ auf den ersten Platz . Als „Ehrenmann“ oder „Ehrenfrau“ wird ein besonders freundlicher Mensch bezeichnet. Das „Jugendwort des Jahres“ wird von einer Jury des Langenscheidt-Verlags ausgewählt, in der neben Jugendlichen auch Journalisten und Sprachwissenschaftler sitzen.

Das Unwort des Jahres

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt die „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“. Das „Unwort des Jahres“ wird seit 1991 ausgewählt und will auf Wörter hinweisen, die beispielsweise gegen die Menschenwürde verstoßen oder sachlich unangemessen sind. Damit ist das „Unwort des Jahres“ eine Form der Sprachkritik, die die Bevölkerung für einen unangemessenen Umgang mit Sprache sensibilisieren und zur Reflexion anregen will.

Da das „Unwort des Jahres“ erst zu Beginn des neuen Jahres bekannt gegeben wird, konnten noch bis zum 31. Dezember Vorschläge bei der Jury eingereicht werden. Die Jury möchte vor allem auf Wörter aufmerksam machen, die gegen die Menschenwürde verstoßen, als diskriminierend wahrgenommen werden oder gegen die Grundlagen der Demokratie verstoßen.

Im letzten Jahr wurden der Begriff „alternative Fakten“ zum Unwort gewählt. Die Jury sah darin eine irreführende Formulierung, mit der falsche Behauptungen und Nachrichten in der öffentlichen Diskussion als legitim dargestellt werden sollen. In der Jury sitzen vor allem Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler . In diesem Jahr könnte der vom bayrischen Ministerpräsidenten geprägte Begriff „Asyltourismus “ gute Chancen auf das „Unwort des Jahres“ haben, zumindest lag „Asyltourismus“ hinsichtlich der Anzahl der Vorschläge aus der Öffentlichkeit vorne. Auch „Ankerzentren“ und „Anti-Abschiebe-Industrie“ waren unter den Einsendungen.

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Französisch: Wohlklingende, alte Sprache

Derzeit ist Frankreich in aller Munde. Die halbe Welt erwartet mit Spannung den Ausgang der Präsidentschaftswahl. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, die französische Sprache, die viele Menschen in aller Welt aufgrund ihres schönen Klangs fasziniert, etwas genauer vorzustellen. Französisch wird nicht nur in Frankreich, Belgien, Kanada und der Schweiz gesprochen, sondern von rund 270 Millionen Menschen auf fünf Kontinenten. In weiten Teilen Afrikas ist die französische Sprache noch immer als Amts- oder Zweitsprache verbreitet.

Als die Region um Paris immer mehr zum politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Frankreichs wurde (nach der Wahl Hugo Capets wurde Paris 987 die Hauptstadt Frankreichs) setzte sich der dort gesprochene franzische Dialekt nach und nach durch und entwickelte sich zur französischen Hochsprache. Damals wurden in Frankreich noch zahlreiche regionale Sprachen und Dialekte gesprochen, die zwar im Laufe der Jahrhunderte immer weiter verdrängt wurden, aber zum Teil auch heute noch bekannt sind.

Das Franzische wird den sogenannten Langues d’oïl zugeordnet. Mitten durch Frankreich verläuft eine Art Sprachgrenze, die die in der Region gesprochenen Sprachen aufteilt. Im Norden Frankreichs und in Belgien werden die Langues d’oïl gesprochen, in Südfrankreich die Langues d’oc. Der Unterschied wird am Wort „Ja“ festgemacht. Während die Sprachen im Norden „Oïl“ sagten, bedeute im Süden „Oc“ „Ja“. Auch wenn im heutigen Französisch „Ja“ „Oui“ heißt, wird diese Unterscheidung noch immer herangezogen, um die unterschiedlichen Dialekte und Regionalsprachen zu gruppieren. So wird beispielsweise die in der Normandie gesprochen Sprache noch immer als Langue d’oïl bezeichnet, während die Mundart in der Provence eine Langue d’oc ist. Die Sprachen und Dialekte im Norden lassen zudem den französischen Einfluss stärker erkennen, während man die Sprachen und Dialekte im Süden auch dem Okzitanischen zuordnet.

Die französische Sprache hat eine lange Geschichte hinter sich. Im frühen Frankreich lebten Kelten, Aquitanier und Belger, die ihre eigenen Sprachen sprachen, doch die Römer brachten die lateinische Sprache ins Land. Nach und nach wurde Frankreich also romanisiert und die lateinische Sprache setzte sich gegenüber den gallischen Dialekten durch. Allerdings wurde im Alltag nicht das Hochlatein, sondern das sogenannte Vulgärlatein gesprochen.

Dennoch sind bis heute gallische Begriffe in der französischen Sprache zu finden. Beispielsweise die Zählweise der Franzosen geht auf die Gallier zurück. Später nahmen dann auch die Franken großen Einfluss auf die französische Sprache. Das erste bekannte Dokument, dass in Altfranzösisch verfasst wurden, sind die Straßburger Eide aus dem Jahr 842. Schon seit 1539, als Franz I. Das Edikt von Villers-Cotterêts erließ und damit erlaubte, dass in der Kirche Französisch gesprochen werden durfte, wurde Französisch zur Amtssprache.

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Überarbeitung vs. Korrektur

Beim reinen Korrekturlesen eines Textes geht es in der Regel ausschließlich darum, Rechtschreibfehler und grammatische Fehler aufzuspüren. Automatisch wirft man beim Korrekturlesen aber auch einen Blick auf den Inhalt und merkt, ob hier etwas unverständlich ist oder der berühmte „rote Faden“ fehlt.

Der inhaltliche Aspekt kommt jedoch beim Lektorat deutlicher zum Tragen. Hier werden nicht nur Fehler hinsichtlich der Rechtschreibung und der Grammatik korrigiert, sondern auch die Verständlichkeit und die Logik des Textes überprüft. Oftmals gehört es hier auch zu den Aufgaben, zu überprüfen, ob die im vorliegenden Text dargestellten Fakten und Sachverhalte tatsächlich korrekt sind. Auch stilistische Änderungen oder Veränderungen bei Satzkonstruktionen können vorgenommen werden.

Von Zeit zu Zeit kommt es auch vor, dass Korrektur lesen und Lektorat nicht ausreichen, beispielsweise wenn der vorliegende Text zu kurz ist oder aktualisiert werden soll. Hier wird auf der Grundlage des Ausgangstextes unter Berücksichtigung des Stils der Vorlage der Text punktuell erweitert.

Wenn darüber hinaus eine SEO-Optimierung des Ausgangstextes erwartet wird, gehören zu den Aufgaben unter anderen das Einsetzen von vorgegebenen Keywords. Diese sollen in einer bestimmten Dichte im Text vorkommen und auch an bestimmten Stellen wie Überschriften oder im ersten Satz eingefügt werden. Auch der Aufbau des Textes wird hier oftmals überarbeitet und der Text beispielsweise um Zwischenüberschriften oder Aufzählungen ergänzt.

Während beim Korrekturlesen die Aufgabenstellung klar eingegrenzt ist, kommen bei einer Optimierung eines Textes zum Teil sehr unterschiedliche Aufgabenstellungen hinzu. Diese hängen auch von der Textsorte und der Qualität des Ausgangstextes ab. Wenn der Text bereits in der ersten Version sehr gut war und nur noch kleine Änderungen notwendig sind, ist die Aufgabe für den Texter bzw. den Lektor natürlich einfacher, als wenn zahlreiche Sätze verändert oder neu geschrieben werden müssen. Dies wirkt sich letztendlich auch auf den Preis für die Textoptimierung aus.

Allerdings ist es oft bei Texten auch nicht sinnvoll, lange an ihm „herumzudoktern“. Dadurch wird der Text meist nur schlechter. In diesen Fällen rate ich zu einer kompletten Neuerstellung des Textes.